Neustart für die Stadtwerke

Die Stadtwerke Gossau haben sich personell und organisatorisch neu aufgestellt. Seit dem 1. Oktober ist die Geschäftsleitung komplett. Patrik Schönenberger als Geschäftsführer, Michael Ammann als Abteilungsleiter «Netze», Cornelia Büchi als Abteilungsleiterin «Markt und Energie» und der Leiter «Zentrale Dienste», Urs Peter, bilden eine kompetente Führungscrew und haben die Aufgabe, die Stadtwerke erfolgreich im Markt zu positionieren.
Das neue Führungsteam unter der Leitung von Patrik Schönenberger (2. von links) mit Cornelia Büchi, Urs Peter (2. von rechts) und Michael Ammann (rechts) steht für den Neustart der Stadtwerke Gossau.

Claudia Martin, verantwortliche Stadträtin, ist froh, dass es gelungen ist, die Stadtwerke mit einer effektiven Organisationsstruktur, mit einer kompetenten Geschäftsleitung und einem breit abgestützten Führungsteam neu zu positionieren. «Vertrauen aufbauen gegenüber den Mitarbeitenden und gegenüber den Kunden ist eine meiner ersten Aufgaben», sagt Patrik Schönenberger. Stabilität in der Führung und eine konsequente Ausrichtung auf die Herausforderungen des Marktes gehören zu den wichtigsten Aufgaben, die das neue Geschäftsleitungsteam anzupacken hat.

Herausforderungen der Zukunft

Strom, Wasser, Gas und Telecom sind die Angebote der Stadtwerke. Das Marktumfeld jedes Geschäftsfeldes ist unterschiedlich. Als Grundversorger für Trinkwasser geniessen die Stadtwerke eine Monopolstellung, die von Bevölkerung und Politik gewünscht ist.

Der Erdgasmarkt ist teilweise liberalisiert und Grosskunden können ihren Gaslieferanten frei wählen. Im Rahmen der Umsetzung der Energie­strategie 2050 des Bundes wird Erdgas eine wichtige Übergangsfunktion beim Ersatz von Ölheizungen spielen. Durch Beimischung von Biogas kann auch der Anforderung nach erneuer­baren Energiequellen Rechnung getragen werden. «Unter diesen Rahmenbedingungen werden die Stadtwerke ihre zukünftige Erdgasstrategie definieren müssen», erklärt Patrik Schönen­berger.

Der Strommarkt steht vor der vollständigen Öffnung. Das UVEK unter Bundesrätin Sommaruga verspricht sich dadurch sinkende Strompreise und innovative Produkte. «Auf diese neue Ausgangslage müssen wir uns vorbereiten, damit wir den Herausforderungen eines kompetitiven Marktes gewachsen sind», ist Patrik Schönenberger überzeugt. Dazu könnten neue Geschäftsmodelle gehören, wie z. B. Dienstleistungen im Bereich Energieverteilung und Verbrauchsoptimierung in Eigenverbrauchsgemeinschaften.

Telekommunikation – da geht die Post ab

Im Bereich der Telekommunikation und des Glasfaser­netz stehen die Stadtwerke bereits im rauhen Wind der Konkurrenz. Der Hunger nach schnellem Internet, nach Flatrate-Telefonie und umfangreichen TV-Dienstleistungen geht ungebremst weiter. Das Glasfasernetz erschliesst bald jedes Haus und steht auch dritten Dienst­anbietern zur Verfügung. Auch im Bereich der Telekom sieht Patrik Schönenberger grosses Entwicklungspotenzial. Digitalisierung, Smart Homes («das vernetzte Haus») oder intelligente Verteilnetze erfordern schnelle Datenüber­tragung, Prozessvernetzung und IT-Kompetenz. Die Entwicklung der dazu notwendigen Dienste und Infra­strukturen wird vermehrt über Partnerschaften erfolgen müssen.


 Die Politik hat klare ­Verwaltungsabläufe und der Markt erfordert agile Prozesse.


Neue Eignerstrategie

Als unselbstständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen stehen die Stadtwerke im Spannungsfeld von Politik und freier Marktwirtschaft. «Dieser Umstand ist Chance und Risiko zugleich», meint Patrik ­Schönenberger. «Die Politik hat klare Verwaltungsabläufe und Entscheidungswege und der Markt erfordert agile Prozesse. Dieses Spannungsfeld gilt es auszubalancieren.» Damit dies gelingt, wurde seit diesem Jahr eine Fachkommission als Bindeglied zwischen Stadtrat und Geschäftsleitung eingesetzt. Das Gremium steht unter Leitung von Stadträtin Claudia Martin und setzt sich aus vier Fachpersonen mit hoher Kompetenz in Fragen der Energie, des Rechts und der Betriebswirtschaft zusammen. Eine wichtige Aufgabe wird sein, die Eignerstrategie zuhanden des Stadtrates zu finalisieren. Darin werden die Leitplanken gesetzt und die wirtschaftlichen und politischen Ziele definiert. Zudem werden Art und Umfang der Berichterstattung und des Controllings bestimmt. Der erste Entwurf wird Ende 2019 erwartet.

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