Lob für Stadtrat und Schule

Die Lokalparteien sind sich weitgehend einig: Stadtrat und Schule haben die Herausforderungen, welche sich ihnen in der Corona-­Krise gestellt haben, gut bis sehr gut gemeistert. Die Parteien selbst sind im Stand-by-Modus und bereiten sich auf die lokalen Wahlen vom nächsten September vor.

Die Redaktion von GoInside stellte den Präsidenten der fünf Ortsparteien Fragen zum Thema «Gossau und Corona» – und erhielt zuverlässig und prompt 60 Antworten. Die Parteien sind sich in der Gesamtbeurteilung der Arbeit von Stadtrat und Schule einig wie sonst selten. So meinen Ruedi Blumer (Präsident SP Gossau-Arnegg) und Ruth Lehner (Präsidentin CVP Gossau-Arnegg), dass Stadtrat und Verwaltung bisher «eine gute Arbeit geleistet» respektive «einen guten Job gemacht» hätten. Gleicher Meinung ist Andy Oberholzer (Präsident SVP Gossau-­Arnegg): «Sie haben eine gute Arbeit abgeliefert und die nationalen sowie kantonalen Vorgaben umgesetzt.» Auch Christian Schlegel (Präsident FLiG) findet, dass Stadtrat und Verwaltung «ihre Aufgaben unaufgeregt» erledigt hätten. Andrin Fröhlich (Präsident FDP Gossau-Arnegg) räumt aber ein, dass die Leistung des Stadtrates «noch schwierig zu beurteilen» sei, aber «einen guten Eindruck» mache. «Die tatsächlichen Resultate werden wir erst in einigen Monaten sehen.»

Kritik an der Information

Leise Vorwürfe äussern die Parteipräsidenten bezüglich Information durch den Stadtrat. «Mit Ausnahme der Schule» habe die Stadt doch eher «wenig informiert», meint Christian Schlegel. Damit spricht er eine Feststellung an, die alle Parteipräsidenten äussern. Die Information der Bevölkerung sei nur «knapp geflossen», dies auch, weil vor allem die Printmedien ihre lokale Berichterstattung massiv eingeschränkt hätten. Die Parteien seien «nicht» oder «knapp über die Zeitungen» oder nur per «Info-Mail der Stadtkanzlei» informiert worden, stellen sie fest. Andrin Fröhlich meint sogar, der Informationsfluss sei bisher «ungenügend» gewesen. Und in die Entscheidungsfindung seien die Parteien auch nicht miteinbezogen worden. Ruth Lehner relativiert aber diesbezüglich: «Das hat in dieser Zeit auch keine Priorität.» Ruedi Blumer schliesst sich an: «Das habe ich auch nicht erwartet.» Auch dass das Präsidium die nächste Sitzung des Stadtparlaments verschoben hat, findet allgemein Zustimmung. Einzig Andy Oberholzer meint, dass das «Parlament auch in Krisenzeiten entscheidungsfähig» bleiben sollte.

Lob für die Schule

Auch inhaltlich erhalten Stadtrat und Verwaltung gute Noten. So meint Ruth Lehner, dass sich Gossau richtigerweise an die Vorgaben von Bund und Kanton gehalten habe. Christian Schlegel hat «nichts» von speziellen Corona-­Aktivitäten der Lokalbehörden gehört, «weiss aber auch nicht, ob sie überhaupt etwas Neues oder Gossau-Spezifisches hätten unternehmen können». Andrin Fröhlich räumt ein, dass «die Krise noch nicht vorbei ist und wir nur hoffen können, dass keine starke Rezession folgt».
Auf die Frage, was ihnen denn am meisten Eindruck gemacht habe, nennen die Parteipräsidenten fast unisono die Schule. Stellvertretend Andy Oberholzer: «Die Lehrer*innen sind besonders hervorzuheben. Was ich durch meine Kinder hautnah mitbekommen habe, ist das grosse Engagement und das Bestreben, den Schulstoff auch online so gut wie möglich zu vermitteln. Ebenfalls hat mich die Vielfältigkeit des Unterrichts beeindruckt. Es war nicht nur ein reines ‹Papierausfüllen›, sondern diverse Medien wurden eingesetzt.»

Vorbereitung auf Wahlen

Auch wenn das Parteileben in den letzten Wochen notgedrungen auf Sparflamme stattfinden musste, sind die Ortsparteien nicht untätig geblieben. Zwar mussten die Hauptversammlungen abgesagt werden und fanden die Vorstandssitzungen «ausgedünnt» und mehrheitlich «online» statt. Dennoch nutzten alle Parteivorstände die politisierfreie Zeit für die Vorbereitung der Erneuerungswahlen vom nächsten September. Ruth Lehner: «Wir konnten die Zeit nutzen und uns auf die Kandidatensuche für die kommunalen Wahlen konzentrieren.» Dabei sind sich alle Präsidenten einig, dass die Rekrutierung von geeigneten Kandidat*innen für lokale Ämter zurzeit nicht einfach ist, weil viele andere Sorgen hätten, als sich politisch zu engagieren. (bos)

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