Kleinkinder profitieren von Spielgruppe oder Kita

Kinder, die eine Spielgruppe oder eine Kita besucht haben, sind beim Eintritt in den ­Kindergarten in der Entwicklung mehrheitlich weiter. Dies stellen die Gossauer Kindergärtnerinnen fest. Deshalb verlängert die Schule Gossau ihre Zusammenarbeit mit den ört­lichen Spielgruppen.

Gemäss Gesetz ist die Schule für die Entwicklung der Kinder ab dem Eintritt in den Kindergarten zuständig. Der Schule Gossau ist jedoch bewusst, dass alles die Entwicklung unterstützt, was im frühen Kindesalter unternommen wird. Deshalb hat der Schulrat schon im Jahr 2010 das Innovationsprojekt «Förderung vor dem Kindergarten» lanciert. Die dafür zuständige Schulrätin Ruth Lehner erläutert: «Wenn wir von der Frühförderung sprechen, geht es darum, dass die Kinder so weit Deutsch sprechen, dass sie dem Unterricht folgen können. Auch sollen sie körperliche Basisfunktionen nachahmen können, etwa das Hantieren mit Gegenständen.»

Zusammenarbeit mit Spielgruppen
Seit dem Jahr 2014 besteht eine Zusammen­arbeit der Schule mit den beiden Gossauer Spiel­gruppen «Buechi» und «Bärehüsli». Die Spielgruppen informieren die Eltern von Vorkindergarten­kindern über die Vorteile eines Spielgruppenbesuchs. Die Spielgruppenleiterinnen bieten zusammen mit der Schule auch Elternbildungs­anlässe zu entwicklungsbezogenen Themen an und bilden sich regelmässig weiter. Mit dieser Zusammenarbeit will der Schulrat erreichen, dass 90 Prozent aller Vorkindergartenkinder regelmässig eine Spielgruppe oder eine Kita besuchen.

Drei Viertel sind altersentsprechend
Die Massnahmen scheinen zu wirken. Die Kindergartenlehrkräfte haben den Entwicklungsstand der Kinder beurteilt, die im Frühling 2019 den kleinen Kindergarten besuchten. Von den Kindern mit Spielgruppen- oder Kitavergangenheit beurteilten sie drei Viertel als «altersentsprechend entwickelt ohne Auffälligkeiten» und einen Viertel als «nicht altersentsprechend». Bei den Kindern, die keine vorschulische Institution besucht haben, haben sie die Hälfte als «nicht ­altersentsprechend» eingeschätzt.

Daraus lässt sich schliessen, dass sich das Zusammensein mit Gleichaltrigen in sprachlich durchmischten Gruppen positiv auf die Sprachentwicklung und das Verhalten auswirkt. Deshalb soll die spielerische Förderung der Sprachentwicklung im Vorkindergartenalter ein Schwerpunkt sein. «Die im Kindergarten festgestellten Entwicklungsrückstände hängen nämlich oft mit der Sprache zusammen», so Ruth Lehner.

 


Frühe Förderung
ist eine Investition in die Zukunft.


 

Zwei Spielgruppen
In Gossau gibt es zwei Spielgruppen. Die Spielgruppe «Buechi» (www.hof-muelt.ch) bietet während der Schulzeit eine Waldspielgruppe sowie drei Natur- und Hofspielgruppen. Die Spielgruppe «Bärehüsli» (www.spielgruppe-gossau.ch) führt drei Sparten: Innen, Wald und Spielplatz.

Eltern frühzeitig informieren
Dies sind zentrale Argumente für den Besuch von vorschulischen Institutionen. Deshalb hat der Schulrat die Zusammenarbeit mit den Spielgruppen vorzeitig verlängert und dem Kredit von 20 000 Franken jährlich zugestimmt.

Der Schulrat will die Eltern künftig noch früher informieren. Dabei richtet sich das Augenmerk nicht einzig auf Kinder von Migranten, sondern auch auf Schweizer Vorschulkinder mit sprachlichem Entwicklungspotential. Eine Arbeitsgruppe soll nun klären, wie die Daten der Vorschulkinder noch systematischer erfasst werden können.

 

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