Gleiches Profil und trotzdem unterschiedlich

Letzte Woche haben die Tagblatt-Medien unter dem Titel «CVP und FDP kämpfen ums Schulpräsidium» in den Fürstenlandsaal eingeladen. Trotz hochsommerlichen Temperaturen kamen zahlreiche Interessierte. Dies zeigt die Wichtigkeit dieser neu zu besetzenden Position.

Der Spider auf Smartvote zeigt es: Die Profile der beiden Kandidierenden sind nahezu deckungsgleich. Deshalb war die Frage der Tagblatt-Redaktoren naheliegend, ob beide in der richtigen Partei seien. Bei Ruth Lehner, die Parteipräsidentin der CVP Ortspartei, war diese wohl eher rhetorisch. Bei Neo-FDP-Parteimitglied Stefan Rindlisbacher erstaunte die Antwort, dass er sich als Mittepolitiker fühle und trotzdem in der FDP seine politische Heimat gefunden habe, doch mehr. Auf die Motivation für die Kandidatur angesprochen, unterstrichen beide die Wichtigkeit von Bildung in unserer Wissensgesellschaft. Sie fühlen sich aufgrund der langjährigen Erfahrung in der Bildungslandschaft zu Hause und möchten sich neuen Herausforderungen stellen. Trotz grosser Parallelen zeigen sich Unterschiede. Ruth Lehner, ursprünglich Kindergärtnerin, bringt mit dem Studium der Erziehungswissenschaften und der Dozententätigkeit an der PHSG viele Facetten aus Praxis, Wissenschaft und Lehrerbildung mit. Stefan Rindlisbacher zeigt mit viel Herzblut seine Leidenschaft für den Lehrerberuf und legt seine grosse Unterrichtserfahrung und die Fähigkeit, Eltern und Fachlehrpersonen zum Wohle der Kinder unter einen Hut zu bringen, in die Waagschale.

Führungserfahrung als Knackpunkt

Der neue Schulratspräsident, die Schulratspräsidentin führt eine Organisation mit rund 180 Mitarbeitenden und verantwortet den grössten Teil des Finanzbudgets. Stefan Rindlisbacher hat Führungserfahrung als Vizepräsident des Verbandes der Oberstufenlehrkräfte und als Mitwirkender in zahlreichen Impulsgruppen. Er stellt einen partizipativen Führungsansatz in den Vordergrund. Der Einbezug der Lehrpersonen und ihres Erfahrungsschatzes ist ihm wichtig. Ruth Lehner hat als Leiterin einer Lehrveranstaltungsreihe der PHSG und als Projektleiterin Führungserfahrung gesammelt. Beide sind überzeugt, mit der Aufgabe zu wachsen und sich auf ein erfahrenes Schulrats- und Schulleiterteam verlassen zu können.

Visionen

Auf die zukünftige Ausrichtung angesprochen, hat Ruth Lehner als bereits amtierende Schulrätin klare Vorstellungen. Die Chancen der Digitalisierung sollen genutzt und einen Mehrwert in den Unterricht bringen. Einen weiteren Schwerpunkt setzt sie bei der frühen Förderung, welche für die Chancengleichheit wichtig ist. Bei allen Projekten muss die Balance zwischen Mitteleinsatz und deren Wirkung gefunden werden. Stefan Rindlisbacher ist überzeugt, dass grosses Fachwissen bei Schulleitungen, Lehrpersonen und Eltern vorhanden ist. Dieses Wissen möchte er vermehrt für Schulentwicklung einsetzen mit dem Ziel, die Kinder zu befähigen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Auch Mitglied des Stadtrates

Als zukünftiges Stadtratsmitglied wird die Präsidentin oder der Präsident eine wichtige Stimme bei allen städtischen Vorhaben sein. Ruth Lehner, als Parteipräsidentin, ist mit der aktuellen politischen Agenda bestens vertraut. Stefan Rindlis-bacher sieht bei sich den Vorteil, als unverbrauchte Kraft neue Ideen in die Ratstätigkeit bringen zu können.

Und die immer wiederkehrende Frauenfrage? Diese wurde glücklicherweise nicht gestellt.

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