Die Kraft aus jungen Pflanzenknospen

Bis vor ein paar Jahren galt die Gemmotherapie als Geheimtipp. Heute erfährt sie eine immer grössere Beliebtheit und zählt zu den Erfolgsgeschichten der Naturheilkunde. Die Gemmoessenzen machen das «Lebendigste» der Pflanzen – nämlich die Knospen, Triebspitzen und die jungen Schösslinge – als Regenerations- und Heilkraft für den Menschen nutzbar. In den jungen Frühlings-Knospen der Pflanze steckt deren gesamte Vitalität mit allen Lebens- und Wachstumskräften.

Die Arzneimittel werden ausschliesslich aus frischen Pflanzenknospen hergestellt. Dieses Gewebe befindet sich im Frühjahr in der Vermehrung und ist damit reich an pflanzlichen Wachstumsfaktoren. Die Knospen werden im Frühling mit grosser Sorgfalt in Wildsammlung von Hand geerntet. Wichtig dabei ist der richtige Zeitpunkt, denn nur zu einem bestimmten Moment ist das Knospengewebe reich an den wichtigen Wachstumsfaktoren. In dieser jungen Phase erreicht eine Pflanze die höchste Vitalität.

Nach einer schonenden Reinigung werden die Knospen zerschnitten und in einer Glycerin-Alkohol-Mischung mazeriert. Die Knospen werden solange im Extraktionsmittel eingelegt, bis sich alle Wirkstoffe aus der Knospe gelöst haben. Dieser Vorgang dauert in etwa einen Monat, bis sich dann nach der Filtration die Essenz als Endprodukt ergibt. Die Glycerin-Alkohol-Mischung ist auch für den süsslichen, angenehmen Geschmack verantwortlich, welcher auch bei Kindern auf eine hohe Akzeptanz trifft. Auch ihrer sehr einfache Handhabung und der problemlosen Dosierung als Mundspray verdankt die Gemmotherapie ihre hohe Beliebtheit.

Gemmo-Knospenmazerate finden bei einer Vielzahl von akuten und chronischen Krankheiten ihren Einsatz. Sie können sowohl als eigenständige Therapie aber auch als Begleittherapie zu einer homöopathischen, spagyrischen oder schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden. Sie unterstützen und verstärken deren Wirkung synergistisch.

Tief verschneite Winterlandschaften und Temperaturen unter null Grad lassen noch immer auf sich warten. Stattdessen ist es mal stürmisch, mal windig, mal sonnig, mal regnerisch oder mal wolkig und zusätzlich beginnt bereits die Allergiesaison mit den Pollen der bereits blühenden Bäume. Unser Immunsystem ist aktuell stark gefordert und arbeitet auf Hochtouren.

Zwei Gemmo-Essenzen, die sich in dieser Zeit besonders gut eignen, sind zum einen Ribes nigrum, die schwarzen Johannisbeerknospen und Rosa canina, besser bekannt als Hagebutte. Beide stärken das Immunsystem, wirken antimikrobiell und entzündungshemmend wobei es beim Einsatz Unterschiede gibt:
Die widerstandsfähige Hagebutte kann als Gemmo-Essenz gut vorbeugend eingesetzt werden. Bei regelmässiger Anwendung wird die Infektanfälligkeit vermindert. Noch bekannter ist sie jedoch bei der Behandlung von hartnäckigen und immer wiederkehrenden Erkältungskrankheiten. So wird das Mittel auch bei Kindern, welche immer wieder über Beschwerden aus dem Hals-Nasen-Ohren-Bereich klagen mit Erfolg eingesetzt. Auch bei chronischen Entzündungen ist Rosa canina das Mittel der ersten Wahl.

Das Ribes nigrum Knospenmazerat ist das bekannteste Mittel der Gemmotherapie. Diverse Studien belegen die starke entzündungshemmende Wirkung. Damit ist Ribes nigrum das Akutmittel schlechthin und gilt als «Feuerwehr» der Naturheilkunde. Beginnende Erkältungskrankheiten in den Bereichen Hals, Nasen, Ohren und Bronchien zählen ebenso zu den Indikationen wie Allergien, insbesondere Heuschnupfen.

Angela Allenspach
Drogistin EFZ

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